Ansprache zur Hauptversammlung des GHV Weingarten, 13.11.09

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ewald,

Liebe Kollegen und Freunde,

nach meiner Wahl vom letzten Jahr haben Sie keine Wahl und werden anhören, was ich zu sagen habe.

Ich zähle die wichtigsten Punkte im letzten Jahr auf.

Das illustrierte Mitgliederverzeichnis des GHV

Wir haben im Frühjahr dieses Jahres das Mitgliederverzeichnis des GHV herausgegeben.
Die Finanzierung erfolgte aus der Kasse laut einem Beschluss der Hauptversammlung vom letzten Jahr.
Das hat uns einiges gekostet, allerdings haben wir dafür sehr viel Lob erhalten.
Die Stadt hat beim Verteilen geholfen.

Nachher zu den Anträgen wollen wir darüber abstimmen, ob wir Anfang nächstes Jahr wieder ein
solches Mitgliederverzeichnis herausgeben.

Wir haben neue Mitglieder und es sind im letzten Verzeichnis nicht alle vertreten gewesen,
die damals gerade neu dazu gekommen waren.

Die Stadt hat Interesse daran geäussert, sich zu beteiligen. Darüber können wir sprechen.
Im Moment ist es einfach ein Verzeichnis der Mitglieder des GHV.

Besuch bei EURO 3 in Friedrichshafen
Im Mai waren wir im Euro3 Studio.
Der Plan für einen eigenen GHV-Fernsehsender wurde noch einmal zurückgestellt.
Organisiert wurde der Ausflug von Claudia und Ralf Scholl.

Bund der Steuerzahler
Im Juni fand eine gemeinsame Veranstaltung statt, bei der das neue Schwarzbuch vorgestellt wurde.
Erstaunlich, für was man alles Geld ausgeben kann.

Der grüne Jakobspilger

Herr Knörle hat mit Kollegen aus dem GHV dafür gesorgt, dass am Jakobspilger nun Blumen stehen.
Einige Mitglieder haben gespendet. Der Blumenschmuck wurde inzwischen mehrfach öffentlich gelobt.

Sontheimer-Brand

Wir sind froh, dass hier wieder Zuversicht zu spüren ist. Es war ein gutes Gefühl zu sehen, dass ein Verein
auch an dieser Stelle zusammenstehen kann.

Spielhallen
Im Februar fand eine Podiumsdiskussion über das Thema Spielhallen statt. Der GHV hat auf dem
Podium teilgenommen.

Die Herbstschau
Dieses Jahr fand die Herbstschau auf dem Gelände TOX statt.
Es war die vierte Herbstschau. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit
der Stadt Weingarten, besonders mit Günter Staud und Claudia Auer.

Neu war dieses Jahr

- die mehreren kleinen Zelte, die sehr gut angekommen sind

- das Mittelstands-Symposium mit 6 Präsentationen vom GHV

- ein extra Eventzelt und eigene Veranstaltungen

- Die Messezeitung in Gemeinschaftsarbeit mit dem Südkurier

Kennzeichnend für die Herbstschau ist die tolle Stimmung zwischen den Ausstellern, das gemeinsame Arbeiten an einem tollen Event. Besonders hervorheben möchte ich Harry Buchter, Ralf Scholl und Katharina Knecht, Robert Schmid und Gerhard Flaitz, Herbert Peters, Frau Reich stellvertretend für die vielen, die geholfen haben. Das hervorragende Miteinander steckt nicht nur die Aussteller untereinander an sondern ist auch für die Besucher merklich, die uns gerne auf der Schau besuchen.

Wir haben dann noch besprochen:

- Es ist leichter, eine Herbstschau jedes Jahr zu organisieren: Nach 2 Jahren fängt man wieder von vorne an

- Die Nähe eines großen Betriebs ist prima; das interessiert die Besucher und man kann sich gegenseitig austauschen

Kontakte zum WIR – Wirtschaftsförderung des Landkreises

Es gab zwei Treffen in Kisslegg und in Amtzell.
Das WIR veranstaltet die Treffen der Gewerbevereine des Landkreises. Beide Veranstaltungen waren hoch interessant;
ich kann das nur empfehlen.

Themen waren: Wie kann ich meinen Betrieb in der Presse darstellen ?
Die Zukunft der Innenstadt – gibt es bald nur noch Filialisten ?

Hier wird gearbeitet
Katharina hat diese Reihe ins Leben gerufen. Dabei gehen wir in die Betriebe und
lassen uns zeigen, wie dort gearbeitet wird.
Wir waren schon bei BICI, auf der Welfenburg, bei Katharina, bei Scholl, bei alpha.
Da bleiben wir dran und setzen das nächstes Jahr fort.

Die Schwäbische Zeitung hat angeboten, dass wir dort vorbeischauen. Wir könnten zum
Beispiel am zweiten Mittwoch im Dezember dort zusammen ein Hühnchen rupfen in der Redaktion.

Austritt aus dem BDS
Ab 2010 wird sich der Austritt aus dem BDS auswirken.
Die Mitgliedsbeiträge, die wir bisher dorthin überweisen haben, stehen nun im Verein zur Verfügung.
Eine Rückmeldung des BDS erfolgte nicht mehr.

Unsere Mitgliederzahl
Im Laufe des letzten Jahres haben wir 12 Mitglieder dazugewonnen. Ein Mitglied ist altershalber ausgeschieden.
Wir haben nun etwa 124 Mitglieder.

Die Mitglieder verteilen sich etwa so:

30% Einzelhandel

30% Handwerk

20% Dienstleistung

10% Gastronomie

Was auffallend ist: wir sind auch der Verein mit der höchsten Anzahl an Einzelhändlern in der Stadt.
Es gibt viele gute Anregungen auch im Bereich Einzelhandel. Hier sollten wir die Dinge doch noch selber in die Hand nehmen.

Fußball
Dieses Jahr haben wir den Trend deutlich umgekehrt und zum ersten Mal gewonnen. Ein 7:1 war der beachtliche Erfolg.
Bernhard Schons und Rolf Bergmann haben das organisiert.

Weingartener Firmenforum
Es ist uns gelungen, im Kongresszentrum ein tolles Event durchzuführen. Die Veranstaltung bestand aus einem
Kabarettprogram und einem Buffet. Eingeladen waren die Firmenstammkunden der veranstaltenden Betriebe.
Die Möglichkeit zur Teilnahme hatte jeder aus dem Verein über die ganze Laufzeit der Vorbereitung. Der Fokus
der Veranstaltung zielte darauf, dass die Dienstleister eine Möglichkeit haben, ihre Stammkunden einzuladen.
Die Durchführung eines solchen Event ist relativ teuer, so dass kleinere Firmen für sich alleine sonst keine Chance dazu haben.

Über den GHV haben wir eine Gruppe aus acht Firmen zusammengebracht, die sich in das Abenteuer gewagt
haben und wieder einmal zeigen konnten, was Kooperation im GHV bringen kann: Ein gutes Gefühl und die
Chance, zusammen einen ganzen Schritt nach vorne zu tun.

Zusammenarbeit mit IHK und Stadtseniorenrat
Im 13. Januar 2010 werden wir ein Treffen haben bei der die IHK und der Stadtseniorenrat die Aktion
„seniorenfreundlicher Betrieb“ vorstellt. Wir Betriebe und Einzelhändler können eine Zertifizierung
erhalten „seniorenfreundlich“. Das kann eine gute und nachhaltige Werbung sein und uns auch zum Nachdenken anregen.

Münsterplatz
Leider gibt es dort noch immer keine Spielgeräte.
Nachdem es für die nahe Zukunft darum geht, bei geringen Haushaltsmitteln eine möglichst günstige
Lösung zu finden hier unser Vorschlag, der letztes Jahr schon gestimmt hat:
Die leere Fläche muss wieder zur Verkehrsfläche werden.
Mit Kurzzeitparkplätzen und/oder der Möglichkeit, dass Besucher der Basilika dort aus dem Bus aussteigen
können, ist uns allen viel mehr geholfen.

Hier müssen sich die Politiker in Weingarten bewegen.

Wetter auf der Internetseite des GHV
Wir pflegen die Internet-Seite regelmässig.

Seit kurzem kann man auch das Wetter in Weingarten sehen. Das ist eine Kooperation mit Herrn Schwab
von der FH Weingarten. Herr Knörle hat das organisiert.

Weingarten im Blick
Seit diesem Herbst gibt es das Amtsblatt der Stadt Weingarten.
Eine hervorragende Sache, die unser neuer Oberbürgermeister Ewald auf den Weg gebracht hat.
Wenn es sich zeigen sollte, dass jede Woche zu viel ist, dann könnte man durch Auslagerung auf einen
externen Verlag auch alle zwei Wochen herauskommen. Aber das wird sich noch zeigen.

Wir schlagen allerdings vor, die Arbeit nicht nur von der Stadt erledigen zu lassen, sondern entsprechend
unserer Anregung vom August dieses Jahres ehrenamtliche Radakteure auch stärker in die Verantwortung
mit einzubinden. In einer Bürgerzeitung könnten Bürger ja auch mitentscheiden.

Herr Knörle hat sich bereit erklärt, immer wieder Berichte für den Verein dort einzustellen.

Kontakt zum Gewerbe in Mantua
Wir haben erste Kontakte geknüpft. Herr Knörle hat persönlich und per Email das Gespräch aufgenommen.
Wir können einen Austausch anstreben. Mal sehen.

Fahrradtransportservie
Kunden sollen die Möglichkeit, sich die gekauften Waren nach Hause transportieren zu lassen. Das Konzept für die Einbindung von Studenten bei einem Transportservice mittels E-Bikes wurde schon mal kurz vorgestellt und erste Beteiligte dafür schon gewonnen. Vorgesehener Start ist im Frühjahr 2010.

Einzelhandel und Innenstadt
Wir haben hier die ungünstige Situation, dass die Strukturen offenbar nicht so richtig zum Bedarf passen.
Es gibt viele super Events, die von der Stadt aus organisiert werden. Es gibt zu Wenige, die an den Aktionen beteiligt sind. Was uns fehlt ist der innere Zusammenhalt, der die Stadt für die Händler und die Besucher erlebbar macht.
Im Gutachten wird uns recht deutlich, dass es tatsächlich am Flair innen und aussen fehlt.

Wir müssen uns bewusst sein, das die Anzahl der Einzelhändler im GHV ist grösser als in jedem anderen Verein in Weingarten, auch als im Stadtmarketing. Der GHV hat mit seinen Aktionen im Bereich Handwerk/Handel und Dienstleister zeigen können, welchen Wert wir auf die Beziehung zwischen Kunden und Anbieter legen und wie man diese Beziehungen fördern kann.

Allerdings muss der Bezug zum Kunde und das Gespräch mit den Kunden von den einzelnen kommen.
Die Lösung dieser Probleme kann also nur aus der Basis kommen und nicht von oben. Das müssen wir
uns bewusst machen und können nicht auf den erlösenden Helfer warten. Es wird auch nicht reichen, wenn wir die Innenstadt aufbaggern und wieder zuschütten. Wir müssen die entstandenen Gräben zwischen den Gruppen wieder zuzuschütten.
Wir brauchen alle Mitspieler, um eine echte Partnerschaft hinzubekommen. Es gibt sehr viele gute, einfache, preiswerte, schnell durchführbare Ideen im Verein.  Damit ist viel Potential da, wir müssen das nur viel einfacher als bisher in die Tat umsetzen.

Es ist wahrscheinlich eines der größten unverstandenen Geheimnisse, warum wir uns so dumm
anstellen und das nicht einfach machen. Man hat den Eindruck, wir fallen manchmal über
unsere eigenen zugebundenen Schuhbändel.

Stadtmarketing
Dass der GHV mit den Abläufen im Stadtmarketing nicht immer unbedingt einverstanden ist, war mehrfach
Thema in unseren Treffen. Wir haben das auch zu Papier gebracht und vorgelegt und vorgetragen.

Wir können im Gutachten nachlesen:
Unsere bisherige Struktur verbraucht sehr viel unnütze Energie. Wir lasten einzelnen Personen zu viel auf.
Dinge werden ohne die Betroffenen diskutiert. Es entsteht wenig Handlung aus den Diskussionen.
Für alle ist es sehr demotivierend, wenn aus den lange diskutierten Themen und Besprechungen keine
Handlungen erfolgen. Das kann so nicht bleiben.

Für die Neugestaltung vertritt der GHV diese Ansicht:

  • Die Stadt benötigt ein Instrument zur Abwicklung von bestimmten Aufgaben, das ist wichtig
    und da muss die Stadt dran bleiben, das macht sie auch gut

  • manche Dinge sehen aus der Sicht eines Unternehmers anders aus als aus Sicht einer Stadt

  • Wie in anderen Städten auch sollte eine neue Organisation unabhängig von der Stadt sein,
    damit sie frei arbeiten kann; manchmal auch mit weniger rechtlichen Problemen und weniger
    vorgeschriebenem Aufwand

  • Wir haben etwas zu viel in die Organisation gepackt, was da gar nicht hingehört

  • die manchmal spürbare Konkurrenz zu Vereinstätigkeiten muss unbedingt vermieden werden,
    denn wir brauchen viele Mithelfer damit das Ganze überhaupt bezahlbar bleibt und Spaß macht

  • das Stadtmarketing soll fördern und muss damit nicht alles selber machen; Ziel muss immer sein,
    dass die Betroffenen das selbst machen

  • nicht des Guten zu viel tun

    Spieler haben wir genug, wir benötigen einen oder mehrere Schiedsrichter und Linienrichter.
    Die Schiedsrichter sind nicht dazu da, Tore zu schiessen. Sie sind ganz sicher nicht dazu da,
    die Spieler vom Spielen abzuhalten.

    Wenn wir dazu noch gute Trainer haben, können wir auch die Spiele gewinnen.
    Jeder sollte das tun, was er gut kann. Keiner kann alles gut können.

- Die Stadt kann Wege ebnen

- Unternehmer können unternehmen

- Kollegen können zusammenarbeiten

- Viele Engagierte können überall helfen und sich kümmern

Also: starke Mitspieler für ein gutes Spiel.

Jeder hier ist Unternehmer und weiss, dass jeder mit anpacken muss und nicht einfach alles
delegiert werden kann. Schliesslich sind das unsere Unternehmen. Und die Stadt hat auch früher
schon oft gezeigt, dass sie gut und unbürokratisch zusammenarbeitet und Wege ebnet.

Also: Bei Grün nicht bremsen, sondern fahren.
Grün ist im übrigen die Farbe des GHV.

Perspektiven
Die Aktivitäten des GHV werden nicht nur im Gutachten lobend erwähnt. Es ist uns gelungen, durch Kooperation untereinander und auch mit anderen zu zeigen, dass und wie sich Zusammenarbeit lohnt. Als Unternehmer werden wir aufmerksam zuhören, weil auch wir dazu lernen können. Allerdings werden wir uns auch weiterhin nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen. Immer dann, wenn einer von uns Mitspielern den anderen die Dinge vorschreibt, dann werden wir keinen Schritt mehr vorankommen. Das sollten wir inzwischen begriffen haben. Erfolg können wir nur haben, wenn wir uns gegenseitig zuhören und partnerschafltich mitmachen lassen.

Der Gewerbe- und Handelsverein bietet den anderen Gruppierungen in Weingarten, dem Oberbürgermeister, der Stadt mit dem Stadtmarketing, dem GHV-Ausschuss Werbekreis, den Vereinen in Weingarten, unseren Politikern, den Bürgern und dem Gemeinderat die Hand für eine echte partnerschaftliche Zusammenarbeit an.

Heinz Erhardt sagt uns:

Den Unverstandenen

Stumm ist der Fisch, doch nicht nur er:
Auch einen Wurm verstehst du schwer.

Selbst deines treuen Hunds Gebell
entzifferst du nicht immer schnell.

Auch bei den Rindern, Hühnern, Schweinen
kannst du nur raten, was sie meinen.

Drum spreche ich als Anwalt hier
für jedes unverstandne Tier.

(Für'n Papagei brauch ich das nicht,
weil er ja für sich selber spricht !)

Anträge:
Auflegen eines neuen Mitgliederverzeichnisses im neuen Jahr
Beteiligung bei der Finanzierung Herr Skusa

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