Am 30 Juni war extra langer Samstag mit Laden-
Öffnungszeiten bis 22.00 Uhr verbunden mit der
Kunst- und Museums- Nacht und Einweihung
des  Münster- Platzes obendrein.
Was, so darf wohl hinterfragt werden, hat es gebracht ?

3 Höhepunkte an einem Tag, jeder für sich wäre schon
Grund zum Feiern gewesen. Lassen Sie mich, ganz subjektiv
betrachtet, nochmals Revue passieren wie die Mitglieder
des Gewerbe- und Handelsverein sich einbrachten, welche
voraussichtlichen Nutzen es hatte und welche sagen mussten:          
Außer Spesen nichts gewesen.

Aus der Sicht des Marketings war es unglücklich
3 Events zu verbinden. Nur durch ausgefeiltes und gut
abgestimmtes Marketing(*) oder außergewöhnlichen
persönlichen Einsatz (**)  gelang es die Vorteile in Nutzen
umzumünzen.

Weniger ist mehr – so ein Lehrsatz im Zen-Buddhismus.

Zum ersten Event: Die Aktivitäten auf dem Münster- Platz
Nur zögerlich nahm die Bevölkerung dieses Angebot wahr
und auch in den Abendstunden ( beobachtet um 11.00 Uhr,
18.30  Uhr und 21.30 Uhr) wäre eine größere Akzeptanz
vor allem jugendlicher Besucher wünschenswert gewesen.


         Münsterplatz

Um 21.45 Uhr- mehr Jugendliche hätten es schon sein dürfen bei Jo Cocker Inspiration 


Zum zweiten Event: Superlanger Samstag
Als Versuch gestartet dürfte es die Bewährungsprobe
bestanden haben. Die Straßen zwischen Münsterplatz
und Löwenplatz waren die Gewinner. Die Geschäfte in den
angrenzenden Straßen waren auch dabei, mehr noch
sie machten auch mit.

Denn auch hier gilt: Brot und Spiele
Diese Weisheit der Römer beeinflusst auch heute noch die
Kundenströme und Frequenz und soll als Anregung für
zukünftige Aktivitäten gelten, diese Straßenzüge besser mit
dem Kernbereich zu vernetzen oder heißt das Motto:
Marketing für die Karlstrasse ?
Einige Bilder, aufgenommen um 21.30 Uhr, belegen für
Zweifler den geschilderten Tatbestand.


Karlstraße                               
Die Karlstrasse am Abend, während andere Strassen leer blieben

Nun kann man es nicht allen recht machen, auch dies ist mir    
bewusst, jedoch besser - und dies soll es als Versuch wert
gewesen sein. Wie gesagt, nichts ist unmöglich... man muss
nur wollen.

 
Unter uns gesagt:
Wenn Stadtmarketing nur dann gut ist, wenn es meinem
persönlichen Geldbeutel gut geht, dann muss ich
feststellen, dass diese Personenkreise die Idee des Stadt-
Marketing noch nicht verstanden haben.

Es geht um das Marketing um und für die Stadt
und nicht um das Marketing für den Einzelnen
oder einzelner Branchen.


Zwei Unternehmen fielen mir durch ihren Einsatz und
die Umsetzung der Marketing- Idee positiv auf.

  1. Der Geschäftsführer der Firma Haller, Weingarten,
    Herr Markus Haller war sich nicht zu schade selbst
    auch in den Abendstunden auf dem Löwenplatz durch
    persönlichen Einsatz (**) Besucher anzusprechen.
    Vorbildlich für alle Nachahmer.

 Haller
Wer nicht lächeln kann, soll nicht verkaufen (chin.Sprichwort) Herr Haller hatte selbst um
21.00 Uhr noch ein Lächeln drauf am Löwenplatz

 
  1. Die Fa. Scholl - Ofenbau, (*) welche es durch gut durchdachtes
    und realisiertes Marketing verstand, eine Vernetzung zwischen Kunst,
    Kunden und Produkt herzustellen.

 Scholl
 Anzeige der Firma Scholl Ofenbau, Thema: Kunst am Feuer
 So sieht gutes Marketing aus:   Verknüpfung von Kunst mit Künstlerin
                                                   Verknüpfung mit Firmenname
                                                   Verknüpfung mit Produktbereich
                                                   Verknüpfung mit Sonderausstellung
                                                   Verknüfung mit Aktivitäten
Denn das Wort verdienen leitet sich von dienen ab. Und zwar für den Kunden.
 
Obwohl das Geschäft abseits gelegen, waren die Besitzer mit den Besucherströmen,
interessierten Kunden und Anfragen mehr als zufrieden.
Dies zeigt einmal mehr, wenn schon nicht im Zentrum
gelegen, so muss das Marketing (die Vermarktung einer
Idee ) im Zentrum der Aktivität und Denkweise liegen.
Aus meiner Sicht vorbildlich für solch einen Tag.

Zum dritten Event: 2. Weingartener Kunst- und Museums-Nacht

Leidtragende der Verknüpfung dreier Events waren die
ursprünglichen Initiatoren, nämlich die Künstler und die
ausstellenden Ateliers.
Laut Aussagen mehrerer teilnehmenden Künstler schrumpfte
die Besucherzahl auf 1/3 des Vorjahres. Sie fragten sich
daher auch ist es nun Kunstnacht oder langer Samstag ?
Den Organisatoren wird daher geraten für zukünftige
Jahre ihr Konzept nochmals zu überdenken und eine einfache
Marketing - Regel zu beherzigen:

Schuster, bleib bei deinen Leisten

Und nicht alles auf einmal wollen. Nicht umsonst wissen
Marketing- Experten um die Regeln sich ergänzender
Geschäftstypen, Kundenströme, Einkaufsverhaltensweisen
und deren Interessen, sofern man sie denn fragen würde.

Und nun zum Putzfrauen-Test:
Um 18.00 Uhr starteten die ersten Shuttle-Busse und fuhren im
¼ Std. Takt. 20 Aktivitäten werden im Programm als sehenswert
ausgewiesen. Bei Ulf Böttcher benötigten sie allein 30 Min. ohne
die Kunstwerke im Garten oder im Schlössle
innen (denn das ist ja ein Museum) zu genießen. Jemand
muss den Pisa-Test nicht bestanden haben. Nur so ist zu erklären,
warum die Atelierbesitzer weniger Besucher konstatierten und selbst
der Rössle-Wirt im Garten des Schlössle ein langes Gesicht machte,
weil die Leute zu wenig Zeit hatten für ihr Essen. Alles klar ? Nein, dann nochmals.

20  x 15 Min.(für ein Atelierbesuch) =  300 Min. =  5 Stunden

ohne Fahrzeiten oder einmal den Bus verpassen. Allein der Böttcher und die
Moritatensänger nahmen 30 Minuten in Anspruch. Ich selbst kam mir vor wie
ein Japaner, dessen Programm lautete: Deutschland an einem Tag...Knipsen und wieder weg.

 
Acht Mitglieder des Gewerbe- und Handelsvereins
unterstützten vorbildlich regional ansässige Künstler durch
die Überlassung von Platzierungen in deren Geschäftsräumen
oder bei Fensterplatzierungen oder wie bei Ofenbau Scholl
durch eigens dafür gedruckte Poster und Plakate unter dem
Motto: Kunst am Feuer

Zwei Programmpunkte zogen geradezu magisch
das Publikum
in seinen Bann.
Zum einen der Programmpunkt Nr. 3 wo der bekannte Schauspieler Uli Boettcher
über Kunst nachdachte und die Kundenwünsche ( Besucherwünsche) auf
unterhaltsame Art moderierte und vielen Besuchern den
Zugang auf kurzweilige Weise nahe brachte. Er hatte immer
volles „ Haus“ sowohl bei Tage wie bei Nacht zu verzeichnen.
Qualität spricht sich offensichtlich herum und zieht an.   


Boettcher                                                                               
Der Schauspieler Uli Böttcher zog auch um 21.30 Uhr noch das Publikum an

 Ein weiterer Höhe-Punkt, zumindest aus meiner Sicht und für viele Jugendliche,
war der Programm-Punkt 9 im Foyer im Amtshauses. Thema:
Malerei und Moritaten über Ehestand, Liebeslust und
 Weiberregiment  
Was hier geboten wurde hätte in München - Schwabing oder
auf Monmartre in Paris nicht besser dargestellt werden können.
Entsprechend war auch die Begeisterung bei den Besuchern
und tatsächlich auch bei den vielen jungen Besuchern zu  spüren.
Alles sang und schunkelte mit und für Minuten spürte man ein Flair von Großstadt,
von Weltläufigkeit und Esprit wie die Besucher es nur zu spüren bekommen.
Die Programmverantwortlichen haben hier offensichtlich einen Joker gezogen.
Bleibt nur ein Wehrmutstropfen. Die anzüglichen Bilder stammen von dem Ravensburger
Künstler Frankenhauser und die Moritaten sangen die Ravensburger Küchenweiber.


Moritaten                                                                                                
 Und so begeistert man die Jugendlichen und das Publikum

Danke für die Ravensburger Amtshilfe im Weingartener
Amtshaus an diesem Abend.

Aber nein, zugegeben der zugehörige Drehorgelspieler
Herr Hipp und seine Frau sind Weingartener Urgestein.

Also teilen wir uns den Erfolg und ich bedanke mich bei
allen aktiven und passiven Teilnehmen, den Ideengebern
und Organisatoren und Unternehmen für deren Engagement
wohl wissend wer nie Fehler macht lernt nie dazu.


Hipp                                                                                                  
 Ein Weingartener Urgestein im Amtshaus, Herr Hipp an der Drehorgel

Aus der Sicht des Marketing bleibt der Rat:

Weniger ist mehr, auch mehr für Weingarten

Auch am Rande sind Kunden, die betreut werden wollen

Wenn man für jemanden (Strassenzüge) Zeit (mit Aktivitäten)
hat, zeigt dies was man von denen hält.

Zukünftig Betroffene (Firmen) zu Beteiligten (Firmen) machen

Parallelveranstaltungen vor und am gleichen Tag vermeiden

Auch ein „Slogan“ und deren Glaubwürdigkeit wird beachtet,
ob mehr ist oder weniger ist oder wir sind dabei , machen
aber nicht mit oder wir sind nicht dabei machen aber bereits   
mit trägt nur zur Verwirrung nicht jedoch zur Kompetenz bei.

 

                                               Dipl.-oec. Werner Knörle
                                               Management- und Personalberatung
                                               Heidelberg - Weingarten

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