Münsterplatz – die andere Seite der Medaille

Zahlreiche Journalisten und Bürger der Stadt ereifern sich an diesem Thema.
Alle aus ihrer Sicht zu recht, egoistisch betrachtet. Ganzheitlich gesehen gibt es
hingegen einen Ansatz, der die Stadtväter, oder die Väter des Gedanken, nicht so gut aussehen lassen. Warum ?

 
Naturschutzgedanken wurde sträflich vernachlässigt
Seit Jahrhunderten wird Kopfsteinpflaster so verlegt, dass ein Teil des Regenwassers durch die mit Sand
gefüllten Fugen der Steine elegant abfliessen kann. Nicht so am Münsterplatz. Hier wurden alle Fugen starr
verlegt, so dass die Reinigung nach dem Blutfreitag eleganter durchgeführt werden kann.

Physikalisch betrachtet dehnen sich auch Steine bei größerer Hitzeeinwirkung im Sommer aus. Verwerfungen sind
dann die Folge, wenn keine breiteren Dehnfugen vorgesehen sind. Wir werden ja sehen.

Das Mikroklima beachten
Die Diskussion mit der SZ und dem GHV ergab, dass ein Großteil der Anwesenden noch nie was von der
Staubentwicklung vom benachbarten Grundstück (mit Kastanie) gehört hatten. Welche Anstrengungen unternehmen
andere Städte, um das Mikroklima und die Luftzirkulation der Straßen, Plätze oder rund um bestimmte öffentliche Gebäude
zu verbessern. Dies scheint hier noch ein Fremdwort zu sein. Hoffnung besteht, denn man will mit einer Initiative
von Seiten der Bürger die Stadtväter aufwecken. In den Wettbewerbsbedingungen für den Wettbewerb
„Bundeshauptstadt in Naturschutz“ wird auf dieses wichtige Thema eingegegangen.

Der vermehrte Ausstoß von CO 2 für den Transport der Steine ist uns egal
Sucht der Handel und die Industrie nach kurzen Wegen des Transportes, ist in diesem Fall kein Weg zu weit.
Als Alpenländer kann man hier noch mildernde Umstände gelten lassen, denn wer weiß schon im Inland,
dass die Schifffahrt auf den Meeren zu den größten Verschmutzern unserer Umwelt gehören.

Wurden doch die Pflastersteine aus Asien her geschafft, weil wir hier keine so griffigen Basaltsteine hätten.
Vietnamesische Steine waren nicht sofort verfügbar, oder zu teuer aber die Chinesen machten es dann möglich.

Nun sind die Steine griffig , aber man stolpert halt.

Nun wissen wir auch, warum auf alten chinesischen Farbholzschnitten die Frauen Stelzenschuhen aus Holz tragen.
Sie überbrücken dadurch elegant die Unebenheiten auf dem Boden.
Eine Geschäftsidee: Ausgabe von chinesischen Holzschuhen am Eingang des Münsterplatzes zum Überqueren des Platzes.

Lassen wir mal die Natur und kommen zu den wirtschaftlichen Aspekten.

Wir kaufen keine Katze im Sack!
Und daher begab sich eine hochrangige Delegation in die Schweiz, um den vietnamesischen Superstein zu besichtigen
bzw. zu begehen. Vermutlich wurden die Unebenheiten nicht mehr so gravierend eingeschätzt und man entschied sich
daher für den griffigen, vietnamesischen Basalt, den man zwar letztlich doch nicht erhielt, aber asiatisch sollte er schon sein.

Haben wir in unserem Land doch keine jahrhundertelange Erfahrung mit Kopfsteinpflastern.

Die Struktur des Steines und die Art der Verlegung gibt dem Platz eine besondere Atmosphäre
höre ich noch heute sagen. Es wurde ein lang währendes Denkmal geschaffen. Ob es dem Bürger nützt oder gefällt wird
sich dann schon herausstellen. Wie war der Satz bei der Neujahrsrede 08 bezüglich des Platzes zu verstehen ?

Es fallen vermehrte Kosten zu Buche:

  • Besichtigungstour in die Schweiz
  • Basaltsteine aus China
  • Erhöhte Transportkosten
  • Zementierung bzw. feste Verlegung der Steine
  • Nachträgliche Abschleifen bzw. Nacharbeit der Steine
  • Verminderte Umweltqualität

 

Normalerweise werden jede Generation die Steine einmal gedreht und weiter verwendet
Dies wird bei diesen zementierten Basaltsteinen nur durch Abklopfen des Zementes oder durch die Form der Steine gar
nicht möglich sein. Es ist also ein kurzfristige Denke diesen Stein wiederholt zu verwenden oder nur durch erheblichen Kostenaufwand möglich.

Wer trägt nun die erhöhten Kosten.?
Normalerweise die Entscheider – bei Städten die Bürger.

Als Fazit bleibt:
Alle sind schlau - die einen vorher, die anderen nachher.
Betrachten sie einmal vernetzt die aufgeführten Gründe, so werden sie in der Öffentlichkeit nichts davon hören und dennoch betrifft es jeden.

Regionale Lieferanten wurden nicht berücksichtigt
Oder wurde ein lokaler, regionaler oder nationaler Steinbruch oder Lieferant von Basaltsteinen berücksichtigt?

Als Gewerbe -und Handelsverein gibt es uns zu denken?
Was heute die Steine sind, sind  morgen die Computer – oder ?

Werner Knörle

Joomla templates by a4joomla